Um 18:05 haben wir bereits 6 siegeshungrige Recken am Start, die Uhren laufen gnädiger Weise noch nicht.

Wenige Minuten später trudeln Harry und Ny ein, womit wir vollzählig sind. Das wird umgehend mit einem Gratispunkt an Brett 1 belohnt, weil Luhns Gegner Gergen (ein Anagramm!) kurzfristig verhindert war, so dass Robert keins seiner schönen Angriffsspiele aufs Brett bringen konnte.

Den ersten erspielten Punkt heimst Ny ein, indem sie ihrem Gegner recht fix eine Qualle abnimmt und keine Fragen mehr aufkommen lässt.

An Brett zwei wollte Max seinem gut 200 DWZ niedriger bewerteten Gegner auch mit Schwarz schon aus der Eröffnung heraus zeigen, dass er gewillt ist, den weißen König aufs Korn zu nehmen. Vermutlich führte der Rückenwind aus Bad Wörishofen zu einer etwas zu forschen Partieanlage, die der Gegner mit einem Dameneinfall hinter Max Verteidigungslinie konterte. Selbst zäheste Gegenwehr konnte die Stellung nicht mehr ganz reparieren und Kriegshaber ergatterte einen vollen Punkt an einem Brett, wo er nicht erwartet worden war.

Harald drehte als leichter Underdog den Spieß um, indem er in einer absolut blockierten Stellung mit jeweils 6 Bauern und 2 Leichtfiguren das enge Einfallstor am Damenflügel bearbeitete. Figurenumgruppierungen und der weiße Platzmangel führten schließlich zu einem wichtigen vollen Punkt.

Den vielleicht souveränsten Punkt erspielte Chris in einer einseitigen Partie beinahe aus einem Guss, in der der Kriegshaberer Stück für Stück eingeschnürt wurde. Starke Leistung!

Eine ebenso starke Leistung zeigte Simon als krasser Außenseiter und mit Schwarz gegen den aus der Ukraine eingeflogenen Topspieler Kamenskyi, der als Nachgemeldeter nur an Brett 8 spielen durfte. Simon zog nicht nur dem Abtauschfranzosen den Zahn, sondern hatte bereits ein Auge auf den weißen e5-Bauern geworfen, den er ersatzlos verspeisen wollte. Der direkte Weg wäre in diesem Fall deutlich stärker gewesen als Simons Zwischenzug, der Kamenskyi nochmal vom Haken ließ. Weil sich dieser keine weiteren Fehler leistete landete Simon nach einem taktischen Intermezzo schließlich in einem verlorenen Endspiel mit Turm + Dame gegen 2 Leichtfiguren + Dame bei jeweils einigen Bauern. Trotz der Niederlage eine Topleistung!

Stefan spielte eine für ihn typische Partie: In einer Marshall-Gambit-ähnlichen Stellung spuckte er als Schwarzer mit f3 einen zweiten Bauern, um sein Figurenspiel gegen den gegnerischen König zu konkretisieren. Er zeigte einmal mehr, dass gerade ungleichfarbige Läufer den Angreifer auch bei materiellem Rückstand deutlich bevorteilen. Offenbar wurde Thommy Städele der Drohungen nicht mehr Herr und musste mit ansehen, wie sein König gegrillt wurde.

Tibor hatte eigentlich nie Probleme, obwohl er nicht 100%ig glücklich mit seiner Partie war. Wie üblich spielte er die längste Partie und schipperte letztlich bequem dem Remishafen an, um einen klasse Mannschaftssieg mit einem 5.5.-2.5 zu besiegeln.

Damit sind wir mit 8:0 Mannschaftspunkten und 25.5-6.5 Brettpunkten souveräner Tabellenführer!

Nächster Beitrag Vorheriger Beitrag