Zweite feiert Erfolg gegen Kriegshaber 4

Liebe Caissanerinnen und Caissaner,

besser spät als nie schiebe ich noch den Spielbericht der 2. Mannschaft vom 25.01.2025 gegen Kriegshaber 4 nach. Für uns galt es – ebenso besser spät als nie – die ersten Mannschaftspunkte in der Kresslesmühle zu behalten, um uns aus dem dunklen, muffigen Tabellenkeller ins optisch angenehmere Mittelfeld zu katapultieren. Wie eigentlich immer, hatten wir eine ganz feine Truppe zusammengestellt, die schachlich für diese Mission bestens gerüstet war.

Schon lange, bevor die ersten Partien ihren Höhepunkt erreichten, wurde die Luft so dick und bedeutungsschwanger, dass alsbald die Fenster aufgerissen wurden und eine kalte Briese das Augsburger Nachtleben in die Kresslesmühle hineintrug. Da ich vom ersten Zug an ganz schön darum kämpfen musste, dass ich meinen Skalp wieder auf den eisigen Heimweg mitnehmen durfte, hatte ich weniger Zeit als üblich regelmäßig die Bretter abzuschreiten und mir still und heimlich meinen Senf dazu zu denken. Ich bediene mich daher eines anonymen Zeugen, der durchweg besser gespielt, dessenthalben mehr Zeit zum Kiebitzen hatte und mir beim anschließenden Umtrunk ausgiebig berichtete.

Zuerst schlug an Brett 5 unbarmherzig unser Jan zu: „Der hat gemeint, er hat heute richtig abgerissen“ – und daran habe ich gar keine Zweifel. Bei Harald an Brett 4 deutete bereits früh ein Mehrbauer auf aussichtsreiches Spiel für die Gäste: „Es sieht auch immer gleich aus bei ihm. Nach 15 Zügen sind die Bauern ineinandergeschoben und die Hälfte der Figuren runtergeholzt.“ Dieses Mal nahm die Partie leider für uns kein gutes Ende. Sowohl das Materialdefizit, als auch die leichter zu spielende Stellung für den Legionär aus Kriegshaber, führten zu einem frühen Dämpfer unserer Bemühungen: 1 zu 1.

Aus dem Augenwinkel verfolgte ich das Brett 6, wo Mattis eine Eröffnung auf das Brett bekam, die wir wiederholt am Vereinsabend (jeden Donnerstag ab 20 Uhr, Gäste immer willkommen) beim Blitzen diskutiert hatten. Ich war also bereits ab Zug 3 (!) sehr zuversichtlich, dass er hier mit Weiß den vollen Durchblick hatte. Dies sollte sich schnell bewahrheiten, nachdem er das etwas unsaubere Spiel der Gäste gnadenlos präzise abstrafte, indem er mit einem stetig marschierenden Bauern mit Tempo auf f6 einfiel. Gepaart mit einer Dameninvasion und gravierenden Schwächen auf den Feldern g7 und h7 war der gegnerische König dem dynamischen Matt(is)angriff hoffnungslos ausgeliefert – 2 zu 1.

Derweil spielte ich an Brett 7 mit Schwarz leider eine zu zahme Eröffnung und hatte im Mittelspiel meine Müh und Not einem unangenehmen Springer das Zaumzeug anzulegen. Schließlich endete ich in einer Stellung gegen einen weißen Mehrbauern auf der a-Linie, den ich aufgrund einer Grundreihenproblematik einfach hätte abrasieren können – wenn ich denn nicht zu blind dafür gewesen wäre. So stand Weiß zwar zwischenzeitlich auf Sieg, fand aber nicht die richtigen Züge um mir vollends den Stecker aus der Leiste zu ziehen. Mit zusammengebissenen Zähnen, zusammengezogenen Augenbrauen und zusammengebastelter Festung am Königflügel hielt ich die weißen Steine gerade nochmal davon hab, hier mehr als einen halben Punkt zu holen.

Unser Ehrenpräsident, erfolgreicher Mannschaftsführer der Dritten und zertifizierter Schachsommelier Werner beehrte unser achtes Brett und durfte seine Künste gegen einen Kriegshaberer der etwas jüngeren Generation aufbieten. Aus dem Partiezettel werde ich in der Rückschau aber nicht ganz schlau, weil Werner das Mittel- und Endspiel eigentlich fest im Griff hatte. Nachdem er einen möglichen zweiten Bauerngewinn leider verpasste, musste er zwar mit einem zerklüfteten Mehrbauern seine Erfahrung im Turnendspiel unter Beweis stellen. Am Ende verpasste er leider diverse Siegchancen, um die eigentlich recht schöne Partie zu einem ruhmreichen Ende zu führen - sei´s drum, das Remis behauptete unsere Führung – 3 zu 2.

Es blieb uns aber gar keine Zeit nervös zu werden, da kurz darauf unser Georg mit seinem Brettpunkt an Brett 2 den ersten Mannschaftspunkt im Ligabetrieb sicherte. Das war auch bereits durchaus die Vorentscheidung für das Match, da es an den beiden verbliebenen Brettern mit Markus an 1 und Stefan an 3 jeweils ganz stark nach Remis duftete. Ich hatte also schon ein Siegerstrahlen aufgesetzt und war in Gedanken liebevoll beim Feierabendbier.

Nach - somit durchaus angenehmer - kleiner Wartepause war für die Gäste mit einem kurzen Händeschlag an Brett 1 die Messe endgültig gelesen während sich der Eckardt an Brett 3 von Stefan noch zeigen ließ, dass Endspiele mit ungleichfarbigen Läufern wirklich schwer zu gewinnen sind. Als trotz Mehrmaterial offensichtlich war, dass es keine Möglichkeit mehr für Fortschritt gab, ging die Partie auch hier schiedlich-friedlich ins Remis.

Wir wissen also doch noch, wie dieses ominöse „Siegen“ denn so funktioniert und machen in der Tabelle fröhlich Luftsprünge. Am 15.02.2025 fallen wir in Göggingen ein und versuchen deren potenziell durchaus namhaft besetzten Kader mit scharfen Zügen klein zu stutzen. Ich freue mich auf euch!

Zweite feiert Erfolg gegen Kriegshaber 4
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