Mit einer Rumpftruppe waren wir ins ferne Ichenhausen gereist. Die Diskussion vorab kreiste eher darum, ob es neben Kötz und Kleinkötz auch ein Großkötz in dem Landstrich geben würde, als um unsere Ambitionen. Recherchen zu Großkötz verliefen meiner Ansicht nach im Sande, obwohl die Meinungen dazu geteilt waren. Um die guten Chancen auf einen Klassenerhalt der Zweiten nicht zu gefährden, waren nur sieben Mann gegen die scheinbar übermächtigen Kötz-Ichenhausener eingeplant. Aus Gründen traten wir dann sogar nur zu sechst an. Nichtsdestotrotz hatte jeder mindestens persönliche Ambitionen, die jedoch nicht erfüllt wurden. Tibor wurde durch eine Zugwiederholung immerhin zu einem Remis gezwungen. Wir anderen hatten teils aussichtsreiche Stellungen, die jedoch irgendwann mißhandelt wurden.

Mangels Detailkenntnis kann ich zu den anderen Partien nicht viel sagen, außer daß mir Max' Partie zwischendurch oder eigentlich die meiste Zeit gefiel.

nach 24.Df2 oder Tf2 ist der gegnerische König gefährdeter als der Weiße. Vielleicht eine Gewinnstellung.

Ein paar Punkte in der Partie Neidlinger - Luhn waren interessant:

Der Gegner spielt den Sizilianer mit 10.f3 ambitionslos. Ist der Bauer auf dem Weg nach f4 von den Fingern gerutscht? Einige Züge (z.B. im 13. Zug) konnte ich bequem mit d5 ausgleichen, aber die Stellung vereinfacht sich doch wesentlich und ich wollte ja gewinnen. 16...Sh5 Df2 Sf4 gefiel mir zwar oder es sieht prinzipiell aus, aber ich habe nach vielleicht Tfd1 das interessante d5 nicht gesehen. Das pseudoclevere 26...Td5? ist einfach ein schlechter Zug. Nach einfach Dxb6 kann Schwarz niemals verlieren und spielt trotz Minusbauer sogar auf Gewinn. Die Zeiteinteilung war wieder schlecht und 27.Ld4 hatte ich auch noch übersehen. Die Gewissheit, aus einer aussichtsreichen eine zwar haltbare aber schlechte Stellung gemacht zu haben, verleitete mich dazu, den Rest nicht besonders zäh zu spielen.

Die Partie von gmr an Brett 3 war lange Zeit recht ausgeglichen. Weiß hatte in einer katalanischen Partie Raumvorteil, Schwarz hingegen einen Freibauern auf der a-Linie (den Weiß lange glaubte, irgendwann abholen zu können).

Der Gegner, immerhin 250 DWZ-Punkte stärker eingeschätzt, bewertete die Stellung offenbar ebenfalls ausgeglichen und bot insgesamt drei mal Remis an. Ironischerweise war das letzte Remisgebot gepaart mit einem schlechten Zug - Sb6? - den Weiß spontan mit einem noch schlechteren beantwortete, anstatt mit La5! den Springer zu vertreiben, danach mit Sxf5 einen Bauern einzusammeln und gleichzeitig zu verhindern, dass der schwarze Freibauer mittels ...Ld4 durchmarschieren kann. Der Fehlgriff Kc2? erlaubt hingegen genau dies und kostet den Springer und bald darauf die Partie. Klarer Fall von selbst schuld - den Partieverlauf spiegelt das Ergebnis jedenfalls nicht wider.

Abstiegsblues

Auch durch Ergebnisse in der Schwabenliga 1 sind nun zwei Absteiger besiegelt: Wir und Aichach. Wir dürfen am letzten Spieltag die goldenen Ananas unter uns ausspielen. Ich hoffe sehr, irgendwer bringt eine Ananas mit. Vielleicht wird daraus Abstiegsbowle. Ist der sportliche Abstieg ein Trend oder findet Caissa Licht im Tunnel und ein paar Neuzugänge? Ich gebe zu, die depressiven Impressionen sind ein bischen gespielt, aber ein paar Fragen zur ersten Mannschaft müssen gestellt werden. Wir waren nicht grad verwöhnt mit einem Überangebot an Spielern. Zwei gute neue Recken würden enorm weiterhelfen.

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